Girls just wanna have fun-DAMENTAL HUMAN RIGHTS!

Rund um den Erdball setzen sich Frauen für ihre und die Menschenrechte anderer ein und trotzen den Versuchen repressiver Regierungen, sie zum Aufgeben zu zwingen. Sie kämpfen mutig gegen Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Gewalt, stellen diskriminierende, rassistische und sexistische gesellschaftliche Strukturen infrage, bringen Reformen voran, und engagieren sich für eine gerechte und solidarische Gesellschaft.

Doch indem diese mutigen Frauen öffentlich dafür einstehen und noch dazu weil sie Frauen sind, werden sie schikaniert, inhaftiert und sogar ermordet. Im Rahmen der diesjährigen Demonstration zum Internationalen Frauentag am 8. März 2020, wollten wir deshalb insbesondere zwei mutige Frauen ehren:

1. Narges Mohammadi – WIR FORDERN DIE FREILASSUNG VON NARGES!!! #FREENARGES

Narges Mohammadi ist eine bedeutende Menschenrechtsverteidigerin und stellvertretende Geschäftsführerin des iranischen Menschenrechtszentrums. Im Mai 2016 wurde sie in Teheran im Zusammenhang mit ihrer friedlichen Arbeit zu insgesamt 16 Jahren Haft: Wegen „Gründung einer verbotenen Gruppierung“ erhielt sie eine zehnjährige Haftstrafe. Der Vorwurf bezog sich auf ihre Verbindungen zu „Legam“, einer Gruppe, die sich gegen die Todesstrafe im Iran einsetzt. Wegen „Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ wurde sie zu fünf Jahren und wegen „Verbreitung von Propaganda gegen das System“ zu einem Jahr Haft verurteilt. Sollte das Urteil im Berufungsverfahren bestätigt werden, muss Narges Mohammadi mindestens zehn Jahre Gefängnis verbüßen – das Strafmaß, das wegen „Gründung einer verbotenen Gruppierung“ gegen sie verhängt wurde.

Narges Mohammadi sitzt bereits im Gefängnis – wegen einer sechsjährigen Haftstrafe, zu der sie in einem anderen Fall verurteilt wurde – und schwer krank. Sie leidet an einem Blutgerinnsel in ihren Lungen und an einer neurologischen Erkrankung, die zu Krampfanfällen und Lähmungserscheinungen führt. Sie benötigt eine permanente fachärztliche Behandlung, welche jedoch im Gefängnis nicht möglich ist. Davon abgesehen verweigern die Behörden Narges das Recht auf Kontakt zu ihren Kindern. Seit Mitte 2015 durfte sie nur ein einziges Telefongespräch mit ihren Kindern führen.

Nun wurde sie im Gefängnis wurde Narges auch misshandelt, weil sie an einem Sitzstreik teilgenommen hat, um an Demonstrierende zu erinnern, die bei den Iran-Protesten im November 2019 von Sicherheitskräften getötet wurden.

Diese mutige Frau und Menschenrechtsverteidigerin muss freigelassen werden und braucht Schutz!

2. Marielle Franco – #JUSTICEFORMARIELLEFRANCO

Marielle Franco, die frühere Stadträtin von Rio de Janeiro, wurde vor zwei Jahren ermordet. Sie setzte sich für die Menschenrechte von Minderheiten ein und kritisierte den Einsatz des Militärs in den Straßen von Rio.

„Marielle verkörperte die Rechte, für die sie sich einsetzte.“ So beschreibt ihre Partnerin Monica Marielle Franco.[1] Die beliebte Menschenrechtsverteidigerin und Stadträtin wuchs in einem Armenviertel von Rio de Janeiro auf. Sie kämpfte unermüdlich gegen soziale Ungerechtigkeit und Gewalt in der Stadt. Sie prangerte rechtswidrige Tötungen durch Polizei und Militär an und kämpfte für die Rechte von schwarzen Frauen, jungen Menschen, Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intergeschlechtlichen. Doch am 14. März 2018 erschossen Unbekannte Marielle und ihren Fahrer, Anderson Pedro Gomes, in ihrem Auto. Vieles deutet darauf hin, dass der Mord von Profis verübt wurde. Nach Einschätzung von Expertinnen und Experte stammte gar die Munition aus dem Arsenal der Bundespolizei.

Dieses brutale Ereignis ist nicht vergessen! Wir fordern Gerechtigkeit für Marielle Franco!

Und weiterhin gilt: MUT BRAUCHT SCHUTZ UND INSBESONDERE FRAUEN BRAUCHEN SCHUTZ

Oft sind Frauen und Frauenrechtsorganisationen im gegenwärtigen politischen Klima und der zunehmenden Einschränkung von Freiheitsrechten die ersten, die Repressionen und Gewalt zu spüren bekommen. Sie verdienen deshalb unsere uneingeschränkte Unterstützung und die Anerkennung ihrer Arbeit. Regierungen müssen ihrer Verpflichtung nachkommen, sie zu schützen.

Wir sind am 8. März auf die Straße gegangen für eine gerechte und emanzipatorische Gesellschaft! Für ein Ende jeder Form von Gewalt!

 

„Stoppt sexuelle Gewalt: in Indonesien, in Deutschland und der Welt“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[1] Quelle: Amnesty Deutschland, Presse/MarielleFranco https://www.amnesty.de/gerechtigkeit-fuer-marielle-franco.

20. April 2020